Sonderausstellung Deutsche Schulschriften aus drei Jahrhunderten "Am Anfang war das Wort" heißt es in der Bibel." Das jedoch kann auch geschrieben werden. Tausende von  Schriften sind der Beweis dafür. Im Vergleich dazu sind die in den letzten dreihundert Jahren   entstandenen deutschen Schulschriften nur ein winziger Teil. Sie näher vorzustellen ist das Anliegen einer   neuen Sonderausstellung, und dort kann man sich davon überzeugen, dass nur eine davon Sütterlin heißt.  Vor dreihundert Jahren schrieb man Kurrent, in den Amtsstuben verschiedene Arten von Kanzleikurrent.   Ludwig Sütterlin erhielt erst 1911 vom Königlich-Preußischen Kultusministerium den Auftrag, eine neue   Schulschrift zu entwickeln, die sich von Kindern leichter schreiben ließ als Kurrent, das mit dünnem An- und  dicken Abstrich geschrieben wurde. Für die neue Schrift eigneten sich die im 19. Jahrhundert entwickelten  Stahlfedern besser als die alten Gänsefedern.(Foto unten)   Sütterlin wurde zu erst in Preußens Schulen eingeführt. Die Weimarer Republik steltte es den deutschen  Bundesländern frei, ob Kurrent oder Sütterlin  gelehrt wurde. 1933 erklärten die Nazis letztere Schrift für  Ganz-Deutschland zur verbindlichen Schulschrift, hoben jedoch diese Festlegung 1941 wieder auf. Vortan  galt die "Normalschrift", oft auch als lateinische Schrift bezeichnet, als die in den Schulen gelehrte. Nach  dem zweiten Weltkrieg entstanden in den einzelnen Bundesländern verschiedene Schulausgangsschriften.  In der DDR wurde 1968 die von der Grafikerin Renate Dost aus Dresden und der Diplompädagogin  Elisabeth Kaestner aus Radebeul als Schulausgangsschrift gelehrt. In der Bundesrepublik folgte erst 1974  die von der Pelikan AG entwickelte "Vereinfachte Ausgangsschrift". Zu diesen beiden Schriftarten kommt  noch die Lateinische Ausgangsschrift. Zwischen diesen drei Arten können heute die Bundesländer für ihre  Lehrpläne entscheiden.  Die Sonderausstellung zeigt nicht nur die Entwicklung der deutschen Schulschriften. Ebenso interessant  sind die zahlreichen Arbeitshefte und -bücher der unterschiedlichen Schülergenerationen. Dazu gehören  Schreibmeisterbücher, die von Schriftkundigen auch für die Ausbildung anderer benutzt wurden; gehören Fibeln, Poesiealben, Schreibfedern u.  a. Wer möchte, kann auch versuchen, mit einer Gänse- oder Redisfeder zu schreiben. Beim Betrachten dieser alten Exponate ist die  Akkuratesse auffällig, mit der einst die Kinder geschrieben haben. Schönschreiben war damals schließlich ein Hauptfach.   Die Sonderausstellung bleibt bis zum Jahresende geöffnet.  Vor dreihundert Jahren schrieb man mit Vogelfedern. Später kamen Bambus-,  Stachelschwein- und Schilfrohrfedern hinzu, bis im 19. Jahrhundert die Stahlfeder ihren  Siegeszug begann. Auf dem oberen mittleren Bild ist ihr Tintenfluss und darunter  der  geschriebene Buchstabe zu erkennen. Je nach Druck ändert sich seine Linie Sütterlin, nur eine der alten deutschen Schriften